Muscheln, Blätter und Insekten. Vor etwa 15 Jahren sammelte ich alles, was ich auf meinen AusflÜgen in die
Eichenwälder in der Nähe meines Elternhauses finden konnte.
Mein treuer Begleiter war ein Skizzenbuch auf dessen Seiten ich all diese Erfahrungen festhielt.
Manchmal fertigte ich detaillierte Zeichnungen der gesammelten Objekte zuhause an.
Meistens jedoch zeichnete ich zwischen Grashalmen sitzend, umgeben von zwitschernden Vögeln und flatternden Schmetterlingen.
Meine Kunstlehrerin führte mich in die Welt der Malerei ein. Sie lehrte mich Komposition und nahm mir die Scheu vor moderner Kunst.
Das half mir sehr, denn Bilder abstrakt zu komponieren eröffnete mir völlig neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Später entschloss ich mich Biologie zu studieren, um tieferen Einblick in Ökologie zu gewinnen.
Zu dieser Zeit verbrachte ich zahllose Stunden vor Gemälden Alter Meister, nur um ihren Arbeitsprozess zu verinnerlichen.
Zurück im Atelier übertrug ich dieses Gefühl auf die Leinwand. Während meiner Studienzeit hatte ich zahlreiche Portrait-Aufträge.
Eine großartige Gelegenheit die altmeisterlichen Techniken zu üben.
Meine Arbeit hat sich seit damals stark verändert. Zwar ist die Konzeptphase immer noch zeitaufwändig.
Doch ich halte die Kompositionen direkter, wobei mehr Augenmerk auf Eindringlichkeit gelegt wird.
Betrachter sollen unvermittelt in meine Welt eintauchen können.
Wenn ich dann jemanden dabei ertappe, wie er durch eines meiner Werke hindurchstarrt – vielleicht auf dem Weg in sein eigenes Ich – empfinde ich das als Erfolg.
TaisART 3/2006, pp. 10-11